PFAS bei Dichtungen – Unser aktueller Wissensstand für Sie


Kundeninformation zum aktuellen Regulierungsstand
Stand: Juli 2026
Diese Information richtet sich an unsere Kunden, die Produkte aus FKM (Fluorelastomer) einsetzen und wissen möchten, inwiefern diese von der laufenden PFAS-Regulierung betroffen sind. Wir möchten Ihnen Transparenz bieten und gleichzeitig klar aufzeigen, was heute gilt – und was noch nicht.
1. Was sind PFAS?
PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die eine gemeinsame Eigenschaft teilen: extrem stabile Fluor-Kohlenstoff-Bindungen. Diese Stabilität macht sie technisch wertvoll, gleichzeitig bauen sie sich in der Umwelt kaum ab („ewige Chemikalien“).
Unter den PFAS-Oberbegriff fallen unter anderem:
- Kurzkettige PFAS (z. B. PFOS, PFOA) – bereits weitgehend verboten, da giftig und bioakkumulierend
- Fluorpolymere & Fluorelastomere (z. B. PTFE, FKM, FFKM) – hochmolekular, stabil, derzeit noch in Bewertung
2. Sind FKM O-Ringe PFAS?
Technisch gesehen: ja. FKM (auch bekannt unter dem Markennamen Viton®) ist ein Fluorelastomer und fällt unter die chemische Definition von PFAS. Dasselbe gilt für PTFE, FFKM, FEP und andere Fluorpolymere.
⚠️ Wichtiger Unterschied: Dass ein Material chemisch zur PFAS-Gruppe gehört, bedeutet nicht, dass es akut verboten oder gesundheitsgefährdend ist. Fluorelastomere wie FKM sind hochmolekular, chemisch inert und weisen ein grundlegend anderes Risikoprofil auf als die bereits verbotenen kurzkettigen PFAS.
3. Aktueller Regulierungsstand (Juli 2026)
Hier ist der aktuelle Stand der EU-Regulierung kompakt zusammengefasst:
Meilenstein Status
- ECHA REACH-Beschränkungsvorschlag Aktualisierter Vorschlag August 2025; drei Regelungsoptionen (RO1–RO3) in Diskussion
- RAC-Stellungnahme (Risikobewertung) Verabschiedet März 2026
- SEAC-Stellungnahme (Sozioökonomie) Entwurf März 2026; öffentliche Konsultation läuft bis Ende 2026
- Finale ECHA-Bewertung Erwartet Ende 2026
- EU-Kommissionsentscheidung Frühestens 2027
- PFAS-Verbot für Industriedichtungen ❌ Noch nicht in Kraft
- Feuerschutzschäume (AFFF) ✅ Verbot ab Oktober 2026 (EU 2025/1988)
- Trinkwasser-Grenzwerte ✅ Rechtsverbindlich seit Januar 2026
4. Häufige Fragen (FAQ)
❓ Müssen wir unsere FKM O-Ringe sofort ersetzen?
Nein. Für FKM-Dichtungen in typischen Industrieanwendungen gibt es aktuell kein gesetzliches Verbot. Die EU-Behörden befinden sich noch im Bewertungsverfahren. Ein mögliches Verbot tritt frühestens 2027–2028 in Kraft – und selbst dann sind Ausnahmen für kritische Industrieanwendungen möglich.
❓ Sind unsere FKM O-Ringe gesundheitsschädlich?
Es gibt keine belastbaren Hinweise darauf, dass ausghärtete FKM-Bauteile unter normalen Einsatzbedingungen gesundheitsschädlich sind. Die Gefährdung durch PFAS geht primär von kurzkettigen, löslichen Verbindungen aus – nicht von auspolymerisierten Fluorelastomeren.
❓ Gibt es PFAS-freie Alternativen zu FKM?
Ja, abhängig von der Anwendung. Mögliche Alternativen sind HNBR, EPDM, NBR oder speziell entwickelte PFAS-freie Compounds. Bitte beachten Sie: Diese Materialien bieten möglicherweise nicht dieselbe chemische Beständigkeit, Temperaturstabilität oder Druckfestigkeit wie FKM. Wir beraten Sie gerne bei der Materialauswahl.
❓ Was ist, wenn mein Endprodukt in Kontakt mit Trinkwasser oder Lebensmitteln kommt?
In diesem Fall gelten schärfere Anforderungen. Trinkwasser-Grenzwerte für PFAS sind seit Januar 2026 rechtsverbindlich. Wir empfehlen hier eine gesonderte Prüfung und beraten Sie zu geeigneten, konformen Materialien.
5. Unsere Handlungsempfehlung
Auch wenn aktuell kein sofortiger Handlungsdruck besteht, empfehlen wir Ihnen folgende vorausschauende Maßnahmen:
- Bestandsaufnahme: Identifizieren Sie, in welchen Ihrer Produkte und Anwendungen
FKM oder andere Fluorpolymere zum Einsatz kommen. - Risikoprioritäten setzen: Anwendungen in Lebensmittel-, Trinkwasser- oder Medizinbereichen haben höhere Dringlichkeit als Standard-Industrieanwendungen.
- Alternativen sondieren: Lassen Sie frühzeitig prüfen, ob und welche PFAS-freien Materialien für Ihre Anwendung infrage kommen.
- Monitoring: Verfolgen Sie die Entwicklungen in der EU-Regulierung
Sie haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns: sales@magnuseals.com
Wir beobachten die regulatorischen Entwicklungen fortlaufend und informieren Sie proaktiv
über relevante Änderungen.
Haftungsausschluss
Diese Information wurde nach aktuellem Stand (Juli 2026) nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Sie dient ausschließlich zur allgemeinen Orientierung und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Angaben sind nicht rechtsverbindlich. Da sich die regulatorischen Rahmenbedingungen laufend verändern können. Die Dichtungstechnik GmbH | MagnuSeals® übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Information getroffen werden.
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